Um das 11. Jahrhundert zogen Gruppen, die eine indoarische Sprache sprachen, aus dem Nordwesten Indiens nach Westen — auf Pferden und in pferdebespannten Wagen — ein Pferdevolk mit Pferdehandwerk, Pferdemusik und Pferdekünsten. Linguistik, nicht Legende, sagt uns das: Romani ist eine Schwestersprache von Hindi und Punjabi, weiter geprägt durch lange Aufenthalte in persischen und armenischen Ländern, lange bevor sie Europa erreichte.
Als sie das Byzantinische Reich erreichten, hatte der christliche Osten keine feste Kategorie für sie. Mönche und Kanonisten griffen zum nächstliegenden Namen, den sie kannten — Athinganoi — eine Bezeichnung, die bereits einer älteren häretischen Sekte in Kleinasien gehörte, der Zauberei, Wahrsagerei und verbotene Praktiken vorgeworfen wurden. Die Neuankömmlinge brachten Schlangenbeschwörung, Wahrsagerei und eine Lebensweise mit, die der alten Schmähung so gut entsprach, dass sie haften blieb. Aus Athinganoi wurde das internationale Acigani und von dort Tsigani, Cigán, Țigan, Zigeuner, Cigano.
Was folgte, ist eine langsame Geschichte, keine ordentliche. Über Jahrhunderte unter orthodoxen Völkern — Griechen, Bulgaren, Serben, Rumänen, Slawen — bewahrten die Roma keine eigene Religion. Sie empfingen die Taufe, übernahmen orthodoxe Schutzheilige, sangen Pascha. Die alten Praktiken verschwanden nicht in der ersten Generation, auch nicht in der zweiten. Mit jedem Jahrhundert weniger und weniger — doch noch heute sieht man in Roma-Dörfern ein Volk, das darauf wartet, dass das Licht Christi sein Werk vollendet.